Vom Chefreporter zum Freien Autor – Der Hamburger Journalist Michael Dietrich über seinen Ausstieg in die Freiheit

Michael Dietrich Journalist aus HamburgJoachim Fischer: Verdammt lang her, dass wir zusammen an einem Tisch saßen.

Michael Dietrich: Stimmt, genau fünf Jahre.

Fischer: Sie wollten sich damals verändern, in die Selbstständigkeit wechseln. Zuvor waren Sie fast 25 Jahre lang bei Gruner + Jahr fest angestellt, erst als Redakteur beim „Stern“, danach als Chefreporter beim Reisemagazin „Geo Saison“. Jobs, von denen Journalisten träumen. Ich erinnere mich an Reportagen aus dem Himalaya, aus der Südsee, der USA und aus Afrika…

Dietrich: Ja, das waren schöne, sehr intensive Zeiten. Aber irgendwann hatte ich alles erreicht, was ich erreichen wollte und fühlte mich schon zu lange auf der letzten Sprosse meiner Karriereleiter sitzen. Dazu kam die beginnende Sparpolitik in den Redaktionen, das hieß: immer weniger Kollegen, immer mehr Schreibtischarbeit. Zudem befand ich mich in einer Sinnkrise, nachdem meine Frau an Krebs gestorben war. Also: ewig so weiterwursteln? Bis zur Rente der täglich gleiche Trott – bei immer schlechteren Bedingungen? In mir rumorte es, ein Jahr lang. Danach habe ich gekündigt.

Fischer: Tragisch, der Tod – verständlich, Ihre Reaktion. Was war Ihre Vision, was wollten Sie im Vergleich zu Ihrem Job bei Gruner + Jahr anders, besser machen?

Dietrich: Ich hatte mir für mein erstes Jahr eine kleine Kriegskasse zusammengespart. Außerdem wurde ich – dank Ihrer Hilfe – vom Staat als „Gründer“ anerkannt und gesponsert. Mit diesem finanziellen Hintergrund war ich in der Lage, meinem Beruf wieder so nachzukommen, wie ich ihn erlernt hatte. Das heißt, ich konnte mir die notwendige Zeit nehmen, Themen in aller Ausführlichkeit zu recherchieren – und zwar vor Ort und nicht husch, husch am Telefon oder Computer. Und wenn ich dazu Tage benötigte, dann gönnte ich mir die. Das war schon toll, wie in den 80er oder 90er Jahren mit prall gefülltem Informationsgepäck von einer Reise zurückzukehren. Damit war ich in der Lage, qualitativ hochwertige Arbeiten zu präsentieren und auch zu verkaufen. Back to the roots, das war meine Vision.

Fischer: Ein Beispiel bitte.

Dietrich: Etwa die Reportage über eine Knastküche. Deren Chefkoch, ein ehemaliger Drogendealer, hatte früher in Sternerestaurants gekocht und dirigierte nun kulinarisch versierte Schwerverbrecher an den Herden der Anstalt. Für diese Geschichte habe ich mir fünf Tage Zeit genommen, dabei enorm viel Hintergrund gesammelt – und nebenbei mit Mördern, Betrügern und Vollzugsbeamten bestens gegessen. Weg ging die Story wie eine heiße Semmel.

Fischer: Blieben Sie denn während der letzten Jahre ihrem Sujet „Essen, Trinken und Reisen“ treu?

Dietrich, Michael_Reportage
Dietrich im Saustall: Auf der Suche nach dem glücklichsten Schwein Deutschlands für das Magazin „essen & trinken“

Dietrich: Nein, ich ging auch fremd. Mal was ganz Neues auszuprobieren, macht doch großen Spaß. Etwa Reden zu verfassen – die später dann auch so gehalten werden. Oder Bücher über Umweltprojekte von Chemie-Unternehmen zu schreiben, obwohl ich in Chemie fast immer am Rande einer Fünf schwebte. Oder als PR-Berater für einen bundesweit bekannten Öko-Hof zu arbeiten. Oder Homepages zu betexten. All das habe ich mit viel Hingabe gemacht – und dafür ordentlich Schulterklopfen bekommen. So etwas ehrt natürlich.

Fischer: Ihr Resümee nach fünf Jahren? Hat sich der Weg in die Selbstständigkeit gelohnt?

Dietrich: Für mein Portemonnaie oder für meine Gemütslage?

Fischer: Lassen Sie uns zunächst über Geld reden.

Dietrich: Ich verdiene heute weniger als zuvor. Klar, die Krise innerhalb der Printmedien, verbunden mit all ihren Sparzwängen und Honorarkürzungen, ging auch an mir nicht vorbei. Aber auch nicht an meinen Kollegen in den Redaktionen, die mehr und mehr mit Arbeit zugeschüttet und im Vergleich zu früher teils mit lächerlichen Löhnen bedacht werden.

Fischer: Kommen wir zur Gemütslage…

Dietrich: Der geht es deutlich besser als noch vor fünf Jahren. Ich bin mein eigener Herr und arbeite mit Freude – im Moment gerade an einem Drehbuch und einer großen Geschichte über ein Hamburger Szeneviertel. Spannend!

Kontaktdaten
Michael Dietrich
Hochallee 119
20149 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 – 48 43 17
Fax :      +49 (0) 40 – 416 258 11
Mobil:     +49 (0)171- 415 66 01
Email:      dietrich.michael@me.com
Web:        www.gutegeschichte.de

Die Beratung in der Vor- und Nachgründungsphase wurde von Joachim Fischer, Inhaber der Gründungsberatung Gruendung-online – der Spezialist für Freie Berufe – durchgeführt.

Mobile Pferdepraxis in Moosburg im Landkreis Freising eröffnet

Sorin-Ioan Popa hat eine Pferdepraxis in Moosburg eröffnet
Schwerpunkte sind Allgemeinmedizin, Orthopädie, Atemwegs-, Zahn- und Augenheilkunde

Manchmal gehen Träume in Erfüllung, vor allem, wenn die Leidenschaft groß Tierarzt Popa aus Moosburggenug ist und mit Begabung, Willenskraft und Disziplin kombiniert wird. So war das bei Sorin-Ioan Popa. „Ich wollte schon als Kind Tierarzt werden“; sagt der gebürtige Rumäne, der mit seiner Familie seit ein paar Jahren in Deutschland lebt. Unlängst hat der studierte Veterinärmediziner mit deutscher Approbation eine Pferdepraxis in Moosburg (Landkreis Freising) eröffnet. Klientel sind alle Equiden, ob Turnier-, Freizeit- oder Arbeitspferd, Pony oder Esel. Weil er seine Patienten ausschließlich im Stall aufsucht, hat der Pferdedoktor seine mobile Praxis mit modernster Apparatetechnologie ausgestattetet. Allgemeinmedizin ist das Fundament, zudem hat sich Sorin-Ioan Popa auf Orthopädie und die Behandlung von Atemwegen, Augen und Zähnen fokussiert und sich für diese Gebiete bei speziellen Fortbildungen vertiefend qualifiziert. Erste Erfahrungen auch bei Bereitschafts- und Turnierdiensten sind vielversprechend: „Ich werde gebraucht und fühle mich willkommen.“

Am Anfang jeder erfolgreichen Behandlung steht die richtige Diagnose. Darum sind die digitalen Röntgen- und Ultraschallgeräte im Auto unverzichtbar, um beispielswese Veränderungen des Bewegungsapparats und des Gebisses unkompliziert und pferdeschonend erkennen zu können. Auch das Bronchoskop liefert wertvolle Hinweise für eine korrekte Diagnose, die unter Umständen in Kooperation mit einem externen Fachlabor durch Untersuchungen von Gewebe, Blut und Ausscheidungen ergänzt respektive verifiziert wird. Bei besonders schwierigen Fällen setzt der Pferdemediziner auf kollegiale Vernetzung und die Zusammenarbeit mit nahe gelegenen Pferdekliniken: „Man muss seine Grenzen kennen.“

Mobile Pferdepraxis in Moosburg im Landkreis Freising eröffnet weiterlesen

Pferdetierarzt in der Lüneburger Heide

Noch stehen sie am Rande der sattgrünen Weide. Dann aber kommen sie, die beiden neuen Patienten von Alexander Künneke. Da ist einmal die blonde, 21jährige Studentin der Pferdetierarzt_Künneke_1Agrarwissenschaften. Die guckt tief besorgt und kommt für ihr jugendliches Alter fast schon gebückt daher – so, als wenn Sie Zentnerlasten auf ihren Schultern tragen würde. In ihrer Rechten hält sie einen Strick.

Am anderen Ende der dicken Leine geht eine 15jährige, braune Stute. Das Pferd macht einen munteren Eindruck und vermittelt Tatendrang bei rundum prächtiger Erscheinung. Ein stolzes, kerngesund wirkendes Tier, denkt man. In Wirklichkeit aber ist sie die Kranke.

Wir sind in Ellingen, einem 80-Seelen-Flecken bei Soltau, etwa eine Stunde südlich von Hamburg. Der Himmel ist blau, die Luft lau, ein paar Wattewölkchen ziehen von West nach Ost. Tierarzt Künneke sagt: „Egal, ob die Sonne scheint: Wenn Tiere physisch leiden, geht es auch deren Besitzern miserabel, zumindest psychisch. Und da Pferd und Mensch fast immer ziemlich beste Freunde sind, hab’ ich stets zwei Patienten.“

Die Studentin erzählt, und der 38jährige Arzt hört zu:“ Also, alles begann vor zwei Tagen. Auf einmal hat meine Große eitrigen Ausfluss bekommen – und ich natürlich einen riesen Schreck. Danach ist die Flüssigkeit etwas klarer geworden. Jetzt schaut sie leicht rotbräunlich aus. Woran kann das liegen? Hoffentlich können Sie helfen. Hoffentlich. Ich vertraue Ihnen, meine Freundin hat Sie so gelobt!“

„Schau’n wir mal.“ Künneke geht zu seinem Wagen und greift sich sein mobiles Ultraschallgerät. Während der Untersuchung verhält sich das Pferd ruhig – obwohl Künneke mit seiner Sonde armtief ins Inneres des Tieres eindringt.

Das Gesicht des Arztes bleibt dabei regungslos. Nach seiner Inspektion schaut er der Studentin fragend in die Augen: „Weidete ihre Stute zusammen mit einem Wallach?“ Die Studentin nickt. Und Künneke meint: „Mann bleibt manchmal eben Mann – falls er zu spät kastriert wird. Höchst wahrscheinlich wurde die Gebärmutter Ihres Pferdes bei einem Natursprung verletzt und hat sich danach entzündet.“ Schließlich jedoch gibt Künneke Entwarnung: „Ein Breitband-Antibiotikum, und die Sache ist in zwei, drei Tagen erledigt.“ Das Rückgrat der Studentin richtet sich auf, ihre Augen strahlen: „Danke.“

Pferdetierarzt in der Lüneburger Heide weiterlesen

Gründungszuschuss : Lotterie für Fördergelder

 

Arbeitsagentur Eingangsbereich

Nur wenn sich Existenzgründer /-innen extrem gut vorbereiten, haben sie Chancen auf Förderung.
mehr …

Artikel und Interview: Gestrichene Zuschüsse, Rentenzwang: Firmengründer und Praxisgründer werden systematisch entmutigt. mehr …

SPIEGELONLINE und managermagazinonline
Existenzgründung   Von Eva-Maria Simon

 

aktuellDer Gründungszuschuss wurde auch in diesem Jahr –  trotz restriktiver Vergabe der Arbeitsagenturen –  bei allen unserer Mandaten bewilligt.
Artikel: Geld vom Staat – Gründungszuschuss 2016
Infografik: 10 Schritte zum Gründungszuschuss

Baskisch mitten in München – Existenzgründerin mit einem Feinkostladen

„Gure Eztia“ steht auf dem Glas. Der Name ist baskisch und heißt schlicht: „Unser Honig“. Stolz zeigt Brigitte DostiniGruber das Glas. „Diesen Honig gibt es nur bei uns“, sagt sie. „Sie werden ihn wohl kaum anderswo in Deutschland finden.“ Mit uns meint sie den Feinkostladen Donosti in der Blutenburgstraße 98 in München-Neuhausen. Donosti ist die baskische Bezeichnung für die im Norden Spaniens gelegene Hauptstadt des Baskenlandes, San Sebastian. Aus dieser Ecke kommt auch Esteban Ruiz, der Lebensgefährte von Frau Gruber. Er ist Baske mit Leib und Seele und doch schon seit mehr als 15 Jahren in München. Er ist davon überzeugt: „Es gibt einen Markt für baskische Spezialitäten in Deutschland, denn Essen war schon immer wichtig für die Basken.“ Gruber und Ruiz legen Wert darauf, im Donosti nur Wein, Käse, Wurst oder Schokolade aus traditionell-handwerklicher Herstellung, und wenn es geht, aus ökologischem Anbau anzubieten.

Alternative zum Discounter
Für das Donosti haben sie nicht umsonst den Stadtteil Neuhausen ausgesucht. Hier, zwischen Hauptbahnhof und Nymphenburger Schloss, gibt es das Publikum für das Besondere und das Ausgefallene. Metzger und Bäcker, aber auch Bioläden, kleine Handwerksbetriebe und Designerläden sind hier häufiger zu finden als anderswo in der bayerischen Landeshauptstadt. Hier leben viele Familien, aber auch gut verdienende Singles, das durchschnittliche Einkommen ist relativ hoch. Hier könne man die Vision leben, wie es Brigitte Gruber nennt. „Wir sind Idealisten, die glauben, ein Contra gegen die Discounter setzen zu können.“ Doch Vision und Idealismus sind das eine, die nackten Tatsachen einer Existenzgründung das andere.

Standortanalyse und Gründungszuschuss
Der Gründungsberater Joachim Fischer hat für Brigitte Gruber eine Standortanalyse erarbeitet, in der die Daten des Stadtteils und die Wirtschaftsleistung errechnet wurden und in der die Konkurrenten für ein Spezialitätengeschäft analysiert wurden. Fischer kam zum Ergebnis, dass das Donosti in diesem Umfeld wirtschaftlich tragfähig ist. Das wiederum war die Voraussetzung dafür, dass Brigitte Gruber einen Gründungszuschuss und ein Darlehen bei ihrer Hausbank beantragen konnte. „Als Sicherheit“, so sagt sie, „konnte ich glücklicherweise meine Eigentumswohnung bieten. Denn es entstanden zunächst einmal Kosten von mehreren tausend Euro, um den Laden überhaupt einrichten zu können.“ Und es brauchte Glück, um den geeigneten Standort zu finden. Dieser ergab sich, als ein Friseur sein 100 Quadratmeter großes Ladenlokal aufgab. Allerdings mussten Gruber und Ruiz fünf Monate renovieren, bis aus dem Friseurladen ein modernes Geschäft wurde, mit einem Ambiente, in dem es als Kunde Spaß macht, sich auf baskische, aber auch spanische und andere Spezialitäten einzulassen. Auch bei der Gestaltung des Ladens ging Gruber keine Kompromisse ein: Für die Inneneinrichtung konnte sie die Mitarbeit junger Designer des Münchner Teams „Hansandfranz“ gewinnen. Das Ergebnis kann sich mit seiner klaren Linie ohne Schnörkel sehen lassen.

Baskisch mitten in München – Existenzgründerin mit einem Feinkostladen weiterlesen