Fit für die eigene Tierarztpraxis

Der Schritt in die Selbstständigkeit will gut geplant sein.

Kieninger_Bild_WEBDem Tierarzt Johannes Kieninger (31) hilft dabei ein Praxisgründerseminar mit anschließendem Coaching.

Nach dem Abschluss seines Studiums in Leipzig sammelte er Berufserfahrung, nun wird er bald selbst der Chef sein: Dr. Johannes Kieninger bereitet sich auf die Übernahme einer tierärztlichen Praxis in Suhlendorf in Niedersachsen vor, die vor allem auf Rinder spezialisiert ist, in der aber auch Kleintiere behandelt werden. Dabei möchte er nichts dem Zufall überlassen. „Ich möchte von Anfang an teure Fehler vermeiden“, betont er. „Betriebswirtschaft kommt aber natürlich im Studium der Tiermedizin kaum vor.“ Daher nahm er am Seminar „Existenzgründung für Tiermediziner“ teil, das die Firma Synergie Süd Qualifikationsberatung, -organisation und -entwicklung anbietet. Es lief an einem Samstag über acht Stunden, kostete 120 Euro und war „ein Rundumschlag zu allen wesentlichen Fragen und Formalitäten“, berichtet der 31-Jährige. „So ging es etwa um die Unterschiede zwischen Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Gewerbesteuer und auch darum, was Freiberuflichkeit bedeutet, welche Fördermittel es für Existenzgründer gibt und welche Voraussetzungen man dafür erfüllen muss.“

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Traumberuf nie aus den Augen verloren – Brunhilde Sonnenschein eröffnet Tierarztpraxis in Neuburg

„Nomen est omen“ könnte es in der Tierarztpraxis von Brunhilde Sonnenschein heißen. Die Tierärztin hat vor einem Monat in Neuburg an der Donau erfolgreich ihre eigene Praxis eröffnet. Kein Wunder, dass Tier und Besitzer sich hier wohl fühlen, wurde diese doch mit 180 Quadratmetern großzügig ausgebaut, mit jeder Menge Platz, sodass hier jetzt Behandlungen auf Klinikniveau durchgeführt werden können.

Sonnenschein_1Brunhilde Sonnenschein ist mit ihrem Berufsweg bestes Beispiel dafür, dass man seinen Traumberuf nie aus den Augen verlieren sollte. Vor über 20 Jahren kam sie mit ihren Eltern von Rumänien nach Deutschland. Bevor sie das Studium der Tiermedizin aufnahm, absolvierte sie eine solide Ausbildung zur Krankenschwester.  Aber den Wunsch Tierärztin zu werden hatte sie nie aufgegeben. „Denn in Rumänien hatten wir immer Tiere – mit denen bin ich aufgewachsen“, erinnert sie sich.  Somit  wurde das Studium zwar aufgeschoben, aber nicht aufgehoben, und dann einfach etwas später begonnen.

Bevor sie es in die Selbstständigkeit wagte, war es der Tierärztin sehr wichtig, so viel Erfahrungen wie möglich zu sammeln. In drei verschiedenen Kliniken war sie insgesamt sechs Jahre lang tätig und konnte  sich dort ein umfangreiches fachliches und praktisches Wissen aneignen – von der Dermatologie bis hin zur Weichteilchirurgie. „Ich habe auch sämtliche Fortbildungen mitgenommen, die möglich waren“, sagt Sonnenschein. Dies stets mit dem Hintergrund, dass sie ihre Prüfung zum Fachtierarzt für Klein- und Heimtiere anstrebt und natürlich eine Praxisgründung das oberste Ziel ist. Mit den jahrelangen Erfahrungen in den Kliniken, wo sie viele operative Eingriffe selbst durchführte und bei zahlreichen komplexen Fälle gefordert war, war sie dann perfekt „gerüstet“ für den nächsten Schritt.

Im Herbst vergangenen Jahres hat die Tierärztin dann das Projekt eigene Praxis in Angriff genommen und realisiert.  „Mit 40 wurde es dann auch Zeit“, schmunzelt die Tierärztin, die auch Mutter eines jugendlichen Sohnes ist. Von Neu-Ulm zog sie sozusagen der Liebe zum Beruf wegen nach Neuburg. Ein weiter Weg, doch die Motivation war groß. Hier sollte Brunhilde Sonnenschein zuerst eine schon bestehende ältere Praxis samt Kundenstamm übernehmen, was sich jedoch aus verschiedenen Gründen zerschlagen hatte.

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Chiropraktik und Zahnbehandlungen – unterwegs mit der mobilen Pferdepraxis

Die Selbstständigkeit war schon immer das Ziel von Tierärztin Dr. Susanne Neukirch. Die 29-jährige Dr. Susanne NeukirchTiermedizinerin, die aus der kleinen Gemeinde Niederviehbach in Niederbayern stammt, hat vor Kurzem eine mobile Pferdepraxis eröffnet. Mit dem zusätzlichen Angebot der Chiropraktik für Pferde sowie der Spezialisierung auf Zahnbehandlungen hat sie in ihrem Einsatzgebiet eine Lücke geschlossen. „Für mich war auch schon immer klar, dass es keine normale Kleintierpraxis werden soll, sondern, dass ich hauptsächlich Pferde behandeln möchte“, weiß die sympathische junge Tierärztin. Dies kommt aber nicht von ungefähr. Sie reitet schon seit Kindesalter, ist Pferdebesitzerin und hat dadurch ein ganz besonderes Verhältnis zu diesen Tieren.

Der Vorteil der mobilen Pferdepraxis liege auf der Hand, sagt Susanne Neukirch. Die Anschaffungskosten seien mit denen einer normalen Tierarztpraxis kaum vergleichbar. Exakt auf ihre Bedürfnisse wurde das Fahrzeug, die mobile Praxis, angepasst und mit modernsten Instrumenten ausgestattet. Mit dieser Art der Praxis erweitert sich gleichzeitig ihr  Kundenkreis. Auch, dass viele Besitzer berufstätig sind und oftmals nur am Abend einen Termin vereinbaren können, ist für die junge Unternehmerin, die sich ihre Arbeitszeit selbst einteilen kann, kein Problem. An der Selbstständigkeit schätzt sie ebenso, dass sie den Kontakt zu den Besitzern unter ganz anderen Bedingungen pflegen, und sich auch mal „etwas mehr“ Zeit nehmen kann, um deren Probleme mit dem Tier zu erfahren.

Die „normale“ Vorsorgeuntersuchung der Pferde ist nur ein Teilbereich, den Susanne Neukirch anbietet. Zahnbehandlung beim PferdVielmehr legt sie Augenmerk auf die Zahnbehandlungen, auf die sich die Tierärztin spezialisiert hat. „Vielleicht haben mich Zähne schon immer interessiert, weil mein Vater Zahnarzt ist“, schmunzelt sie. Mehrere Jahre hat sie als Assistenzärztin und als IGFP-Mitglied (Internationale Gesellschaft zur Funktionsverbesserung der Pferdezähne e.V.) Zahnbehandlungen durchgeführt und bringt somit genügend Erfahrung auf diesem Gebiet mit. Mit speziellem Werkzeug lasse sich auch ambulant ein Großteil der Zahnerkrankungen sehr gut durchführen, erklärt Neukirch. Denn auch bei Pferden sei eine regelmäßige Untersuchung der Zähne wichtig, „um größere Baustellen zu verhindern“. Unter Haken- und Kantenbildungen, Karies, Zahnstein oder (blinden) Wolfszähnen hätten viele Pferde zu leiden, weiß die Expertin. Hier gilt es, zum Wohl des Pferdes möglichst schnell zu handeln.

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Mit helfenden Händen vor Ort: Die ganzheitliche Tiermedizinerin Dr. Marion Trustaedt

Dr. Trustaedt BehandlungGolden Retreiver-Hündin Amie streckt sich und gähnt, während die Hände von Dr. Marion Trustaedt Wirbelsäule und Hüfte des auf der Seite liegenden Tieres untersuchen. Der fünfjährige Hund hat in den vergangenen Wochen stark gelahmt. Jetzt findet eine osteopathische Behandlung statt – aber daheim im Wohnzimmer, nicht auf dem Edelstahltisch einer Tierarztpraxis. Es drohen auch keine Spritzen und schon gar keine Operation: Dr. Marion Trustaedt aus Olching hat vor kurzem eine mobile Tierarztpraxis für ganzheitliche Heilverfahren eröffnet. Der Schwerpunkt der 40-jährigen Veterinärmedizinerin liegt auf manuellen Therapien wie Osteopathie, sanfter Chiropraktik und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) mit Akupunktur. Die Heilverfahren bietet sie für Haustiere vom Kleintier bis zum Pferd an.

„Jede Heilung kommt von innen – ich kann sie nur unterstützen. Dafür muss ich die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken“, lautet die Devise von Dr. Marion Trustaedt. Die ganzheitliche Tiermedizinerin weiß, dass Krankheitssymptome vor allem dann entstehen, wenn körpereigene Kräfte zur Abwehr aus dem Gleichgewicht geraten und geschwächt sind. „Diese Schwächung führt schon vor dem Auftauchen erster klinischer Symptome zu Veränderungen im Körper, wie Spannungen oder Bewegungseinschränkungen“, erläutert sie. Solche Blockaden aufzuspüren und zu lösen, ist ihre Profession.

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Zwei Tierärztinnen gründen eigene Pferdepraxis

Irgendwann steht man vor der Entscheidung. War es das? Oder will ich noch einmal etwas Neues wagen?

Pferdetierärztinnen Finsler und SteiffFür Dr. Sonja Finsler und Dr. Hagar Steiff reifte diese Entscheidung in einer Pferdeklinik, in der sie seit mehreren Jahrenals Tierärztinnen für Pferdeheilkunde arbeiteten. Doch vor dem großen Schritt in die Selbständigkeit sollte zuerst einmal die Familie befragt werden.

„Mein Mann stand sofort zu diesem Projekt“, erzählt Hagar Steiff „und hat mich tatkräftig unterstützt.“

„Auch bei mir war die Familie als erste in die Überlegungen eingebunden“, sagt auch Sonja Finsler. „Sie hat nach anfänglichem Zögern das Projekt bereitwillig mitgetragen.“

Steiff und Finsler haben in dieser frühen Phase bereits alles richtig gemacht. Gründungsexperten berichten nämlich aus Erfahrung: Wenn Frauen Unternehmen gründen, muss die Familie mitmachen, sonst scheitert das Projekt bald.
Im schlimmsten Fall fühlt sich die Familie vernachlässigt und rebelliert. Ist diese Hürde überwunden, kann man sich der eigentlichen Existenzgründung widmen.

SonjaFinsler079Die Tiermedizinerinnen Finsler und Steiff hatten die Idee, eine so genannte Fahrpraxis zu errichten. Es gibt keine gemeinschaftlichen Praxisräume, vielmehr bieten sie eine Praxisgemeinschaft für ihre Klienten an, die eine kompetente Beratung, Diagnostik und Therapie ohne lange Wege direkt im Heimatstall leistet. Koliken, Lahmheit oder Atemwegserkrankungen, ob ein Fohlen geboren oder aufgezogen wird, die Pferdedoktoren Sonja Finsler und Hagar Steiff sind schnell vor Ort und im Notfall 24 Stunden am Tag erreichbar.

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