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Selbstheilung in Gang setzen: Tierärztin Dr. Anja Adolphsen aus Wolfesing behandelt osteopathisch

„Mich hat schon im Studium fasziniert, welche Wirkungen man mit Physiotherapie und Osteopathie erreichen kann“, erzählt Dr. Anja Adolphsen, während sie den Hinterlauf von Mischlingsrüde Goya abtastet. Der sechsjährige Hund Adolphsen_HUND_Osteopathiemacht seinem Besitzer Sorgen, weil er manchmal lahmt. In einem kurzen Gespräch hat die 37-jährige Tierärztin bereits erfahren, dass der schwarz-weiße Vierbeiner sehr gerne Bällen hinterher jagt. „Die rasanten Spurts und Stopps beim Ballspielen könnten die Ursache für seine Probleme sein“, vermutet sie.

Dr. Anja Adolphsen ist promovierte Tierärztin und hat sich 2013 als Tierärztin mit dem Schwerpunkt Osteopathie selbständig gemacht. Die sportive kurzhaarige Frau kann auf eine fast lebenslange Erfahrung im Umgang mit Tieren zurückblicken. „Wir hatten zuhause immer Hunde, Katzen, Vögel und anderes“, erzählt die Mutter zweier Kinder. „Seit ich sieben war, besaß ich außerdem mein eigenes Pferd.“ Das Leben mit den Tieren prägte ihren Berufswunsch: 1996 machte sie eine Ausbildung zur Tierarzthelferin in der Pferdeklinik Wolfesing, zwischen 1997 und 2003 studierte sie Veterinärmedizin an der Ludwig Maximilians-Universität München. Sie promovierte 2004 und arbeitete bis 2007 als Assistentin in verschiedenen Kleintier- und Pferdekliniken. Nach der Geburt zweier Kinder hat sie nun beschlossen, „endlich wieder mit Tieren zu arbeiten“ – und zwar in der Osteopathie, die sie als eine ideale Ergänzung zur Schulmedizin sieht.

Nachdem Hund Goya und sein Besitzer einige Runden im Hof gelaufen sind, hat Dr. Anja Adolphsen ein Bild von der Lahmheit vorne rechts gewonnen. Jetzt kniet sie auf dem Teppich in ihrem neu eingerichteten Praxisraum in Wolfesing im Landkreis Ebersberg. Goya steht brav vor ihr, während sie konzentriert von den Hinterläufen nach vorne seinen ganzen Körper durch fühlt. „Im vorderen Brustwirbelbereich ist eine hohe Spannung spürbar“, stellt sie fest. Als nächstes untersucht sie am liegenden Hund genauer die Vorderläufe und die Brustwirbel. Zwei Wirbel und eine Rippe erweisen sich als blockiert. „Ich gehe jetzt daran, diese Blockaden zu lösen“, erklärt sie und legt konzentriert ihre Hände auf bestimmte Stellen. Äußerlich ist kaum zu erkennen, was sie tut, deshalb beschreibt die Tierärztin weiter: „Ich spüre den Bewegungen des Gewebes nach. Dann setze ich im richtigen Moment einen Impuls, damit sich das Gewebe von selbst entwindet. So lösen sich auch die Spannungen.“ Der Prozess dauert einige Minuten. Goya liegt völlig ruhig unter den Händen der Ärztin auf dem Teppich. Nach einer zweiten Kontrolle seiner Wirbel darf der Rüde wieder auf die Läufe kommen. Er schüttelt sich und läuft schwanzwedelnd zur Tür. Dr. Adolphsen vereinbart mit seinem Besitzer eine Nachuntersuchung in drei Wochen und rät ihm, das Ballspiel auf ein Minimum zu reduzieren.

 

Ihre nächste Patientin wartet nicht vor der Tür, sondern in einem Stall gute zehn Minuten entfernt: Eine zehnjährige Stute. „Ich behandele Kleintiere bei mir in der Praxis, zu Pferden im Landkreis Ebersberg fahre ich natürlich in ihrem Adolphsen_PFERD_OsteopathieStall“, betont die gebürtige Oberbayerin. Osteopathie am stehenden Pferd birgt allerdings völlig andere Herausforderungen als bei einem liegenden, entspannten Hund, wie sie erklärt. „Das Tier hält im Stehen ja immer eine Spannung aufrecht, die es schwerer macht, Blockaden zu ertasten und zu lösen.“ Die Besitzerin der Stute klagt, dass ihr Pferd im Rechtsgalopp einfach nicht so flüssig laufe und auch bei der Biegung Probleme habe. Beim Abtasten stellt sich heraus, dass das Becken des Pferdes leicht schief steht. Auch zwei Wirbel im Brust-Lendenbereich sind blockiert. „Ich drücke jetzt hier auf einen so genannten Triggerpunkt“, beschreibt Dr. Adolphsen und legt ihre Hand auf den Hüfthöcker des Pferdes. Nach einer Weile gibt das Tier diesem Druck nach und senkt von selbst sein Becken leicht ab. „Damit rückt es das Becken gerade“, sagt die Tierärztin und beginnt, mit den Händen die Rückenwirbel des Pferdes zu wippen und zu schaukeln. „Ich löse sie, damit sie wieder normal beweglich werden“, beschreibt sie. Die Prozeduren erscheinen oft relativ einfach, doch Dr. Anja Adolphsen weiß aus eigener Erfahrung, was Osteopathie leisten kann. „Ich selbst habe immer wieder Verspannungen im Nacken, bei denen Schmerzmittel allein mir nicht helfen können“, erzählt sie. „Osteopathie dagegen bietet andere, zusätzliche Wege. Was man damit erreichen kann, fasziniert mich immer wieder, und ich möchte es möglichst vielen Tierhaltern im Landkreis Ebersberg und im Münchner Osten zugänglich machen.“

Logo_A.Adolphsen_kleinKontaktdaten
Dr. Anja Adolphsen
Tierarztpraxis Schwerpunkt Osteopathie
Wolfesing 12
85604 Zorneding

Tel: 0151-700 66 5 33
Email: kontakt@tierarztpraxis-adolphsen.de
Homepage: www.tierarztpraxis-adolphsen.de

Pressetext und Fotos
Vivienne Klimke, Naturjournalistin aus Sulzrain, Bayern

 

Wie gründe ich eine Tierarztpraxis im Bereich Osteopathie und Physiotherapie?
Wie erhalte ich Fördermittel für Tierärzte?

Viele junge Tiermediziner wollen sich selbstständig machen, doch dazu braucht es mehr als guter Fachkenntnisse. Gute Examina reichen heute nicht mehr aus, um eine Praxis wirtschaftlich effizient und nachhaltig zu betreiben.
Frau Dr. Adophsen  hat sich vom erfahrenen Gründungsspezialisten für Tierärzte  Joachim Fischer coachen lassen.
Die Tierärtztin wurde durch das Land Bayern bereits der Vorphase der Praxisgründung durch einen Beratungskostenzuschuss unterstützt. Weiter wurde die Möglichkeit genutzt, einen Gründungszuschuss zu beantragen. Die zuständige Arbeitsagentur hat diesen Zuschuss für die ersten sechs Monate und weitere neun Monate bewilligt.
Nach erfolgter Praxisgründung erhält die Tierärztin ein weiteres Coaching für Praxismarketing, das zu 90% vom Staat bezuschusst wird.